Wer unter dem Einfluss von Drogen am Steuer erwischt wird, muss in der Regel eine MPU absolvieren. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um Cannabis, Amphetamine, Kokain oder andere illegale Substanzen handelt. Die Drogen-MPU gehört zu den anspruchsvollsten Varianten - eine gründliche Vorbereitung ist daher besonders wichtig.
Wann wird eine Drogen-MPU angeordnet?
Fahrt unter Drogeneinfluss
Bereits ab 1 ng/ml THC im Blut (aktiver Wert) gilt die Fahrt als Ordnungswidrigkeit. Bei harten Drogen reicht jeder Nachweis im Blut für ein Fahrverbot und eine MPU-Anordnung.
Besitz oder Konsum von illegalen Substanzen
Auch ohne Fahrt im berauschten Zustand kann eine MPU angeordnet werden, wenn der Besitz oder regelmäßige Konsum illegaler Drogen aktenkundig wird - etwa durch einen Polizeibericht oder ein Strafverfahren.
Mischkonsum (Drogen und Alkohol)
Wird neben Alkohol auch der Konsum von Drogen festgestellt, erhöht sich die Komplexität der MPU erheblich. In diesen Fällen müssen beide Themenfelder im Gutachten überzeugend aufgearbeitet werden.
Drogenscreening und Haaranalyse
Für die Drogen-MPU müssen Sie Ihre Drogenfreiheit durch geeignete Nachweise belegen. Es gibt zwei gängige Verfahren:
Urinscreening
- - Über 6 oder 12 Monate
- - Mindestens 6 kurzfristig angesetzte Termine
- - Nachweis verschiedener Substanzen
- - Anerkanntes Labor erforderlich
Haaranalyse
- - Abdeckung von bis zu 6 Monaten
- - Einzelne Probeentnahme
- - Haarlänge mind. 3 cm erforderlich
- - Eingeschränkt bei Cannabis-Nachweis
Abstinenzanforderungen bei der Drogen-MPU
Bei der Drogen-MPU wird in der Regel eine vollständige Abstinenz von allen illegalen Substanzen gefordert - kontrollierter Konsum ist hier, anders als bei Alkohol, keine Option:
- Harte Drogen: Mindestens 12 Monate nachgewiesene Abstinenz, häufig werden auch längere Zeiträume erwartet.
- Cannabis: Je nach Konsummuster werden 6 bis 12 Monate Abstinenz verlangt. Bei gelegentlichem Konsum kann unter Umständen ein kürzerer Nachweis genügen.
- Zusätzlich Alkoholabstinenz: Bei Mischkonsum oder Polytoxikomanie wird häufig auch die Abstinenz von Alkohol gefordert.
Cannabis-Legalisierung und MPU
Mit der Teillegalisierung von Cannabis in Deutschland hat sich die rechtliche Lage verändert. Für die MPU gilt jedoch: Wer Cannabis konsumiert und Auto fährt, muss weiterhin mit einer MPU rechnen. Der THC-Grenzwert im Straßenverkehr bleibt ein entscheidender Faktor. Auch nach der Legalisierung wird bei auffälligem Konsumverhalten eine MPU angeordnet, wenn die Fahrerlaubnisbehörde Zweifel an der Fahreignung hat.
Wie bereiten wir Sie vor?
Die Drogen-MPU erfordert eine besonders sorgfältige Vorbereitung. Bei MPU Campus begleiten wir Sie durch den gesamten Prozess:
- Analyse Ihres Konsumverhaltens und Ihrer individuellen Situation
- Planung und Begleitung der Abstinenznachweise (Urinscreening oder Haaranalyse)
- Erarbeitung einer glaubwürdigen Veränderungsgeschichte
- Intensive Gesprächssimulationen, um Sie auf die Fragen des Gutachters vorzubereiten
- Beratung zu den Auswirkungen der Cannabis-Legalisierung auf Ihren Fall